Von Bedeutung ist auch das ehemalige Prämonstratenser Frauenkloster Stift Keppel in Allenbach. Das heutige Gymnasium ist aus der 1871 entstandenen Stift Keppelschen Schul- und Erziehungsanstalt hervorgegangen. Urkundlich erwähnt wird die Stiftung des Nonnenklosters Keppel im Jahre 1239 durch den Ritter Friedrich von Hain.
Gegründet wurde das Kloster zur Versorgung der adeligen Töchter des Landes.
Um 1650 bildete sich in Hilchenbach eine Laienschule, die sogenannte Rektoratsschule. Dieser folgte 1867 ein Lehrerseminar, welches im Zuge der Reform der Lehrerausbildung durch das heutige Jung- Stilling- Gymnasium ersetzt wurde. Die Stadt Hilchenbach hat damit neben der Stadt Siegen die älteste Tradition im gehobenen Schul- und Bildungswesen des Siegerlandes zu bieten.
Im Stadtteil Müsen wurde 1962 eine einzigartige hochmittelalterliche Bergbausiedlung freigelegt Auf dem Altenberg kann die Ausgrabungsstätte besichtigt werden.
Hierbei wird die Vergangenheit wieder lebendig. Schautafeln geben auf einem Rundgang durch das Gelände die notwendigen Erläuterungen.
Vermutlich hat es schon in der Keltenzeit einen Erzabbau gegeben. Archäologisch ist der Bergbau auf dem Altenberg für das 12. Jahrhundert nachgewiesen.
Die Grube Stahlberg wird urkundlich erstmals im Jahre 1311 erwähnt. Die letzte Schicht wurde hier am 31. März 1931 gefahren.
Schon im 16. Jh. Bestanden im heutigen Stadtgebiet mindestens sieben Blashütten und eine Hammerhütte in Hilchenbach, Allenbach, Dahlbruch und Müsen, die als Antriebskraft das Wasser des Ferndorfbaches und der Nebenbäche nutzten. Die Hütten- und Hammerwerke verarbeiteten die gewonnenen Blei- und Silbererze. Die Rothenbacher Hütte in Müsen lieferte sogar noch bis 1904 das von ihr erschmolzene Silber an die Preußische Staatsmünze.
Das Allenbacher Hammerwerk ist ein letzter Zeuge aus dieser Zeit
Ursprünglich auf die Stadt Siegen beschränkt, breitete sich das Gerbereiwesen im 16. Jh. Auch auf dem Land aus. In der Folgezeit ließen das wasserreiche obere Ferndorfbachtal und die Nähe ausgedehnter Haubergswaldungen Hilchenbach neben Siegen und Freudenberg zum bedeutendsten Zentrum der Lohgerberei im Siegerland aufsteigen. Die mitglieder der Gerbereizunft gehörten zu den angesehensten Familien und waren seit 1769 immer wieder in verantwortlichen öffentlichen Ämtern Hilchenbachs zu finden.
Aus den alten Gerberhandwerksbetrieben entwickelte sich in Hilchenbach ein überregional bedeutender industrieller Wirtschaftsbereich der zum Haupterwerbszweig der Bevölkerung wurde. Um 1883 gerbten 150 Arbeiter 12.000 Häute mit einem Wert von 3.000.000 Mark. Heut ist leider der einst so blühende Betrieb des Siegerländer Gerbereigewerbes, die Hilchenbacher Lederwerke erloschen.


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Letzte Aktualisierung:
Montag, 7. Juni 2004